| „Die Bagger müssen endlich rollen“ |
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| Geschrieben von: Jens Steiner |
| Mittwoch, 04. März 2009 um 16:16 Uhr |
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-job- Kreis Borken. Egbert Weber, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen und Unternehmer aus Stadtlohn machte deutlich, was seiner Ansicht nach am Flugplatz Stadtlohn-Vreden passieren muss: „Die Bagger müssen rollen, dann werden hier auch Geschäfte generiert.“ Und weil die IHK und Weber mit dieser Ansicht offensichtlich nicht allein stehen, hatten sie gestern eine Handvoll Unternehmer zur Pressekonferenz mitgebracht, die ebenfalls alle eins wollen: Den Ausbau des Flugplatzes Stadtlohn-Vreden.Man reagiere auf die derzeitige Diskussion über eine Notwendigkeit des Ausbaus mit Unverständnis, so die Unternehmerrunde, denn: Im Grundsatz spreche man sich nur dafür aus, dass am Platz die bisherigen Nutzungsmöglichkeiten wieder hergestellt würden.
Schließlich sei bis zur Änderung von EU-Normen auf dem Flugplatz Stadtlohn-Vreden gewerblicher Geschäftsflugverkehr möglich gewesen. Und: Geld und die nötigen Beschlüsse seien doch ebenfalls vorhanden, machte die IHK deutlich.„Infrastruktur ist das Wichtigste, was man haben kann“, sagte Gerd Kemper (Vreden), Chef von rund 375 Mitarbeitern, die unter anderem Absaug- und Filteranlagen herstellen. Ein Verzicht auf den Ausbau wäre für ihn eine „Schwächung der Infrastruktur der Region“. Er verwies wie Helmut Giesers, Geschäftsführer von Giesers Stahlbau aus Bocholt, darauf, dass für ihn die Möglichkeit, schnell in andere Länder zu kommen, wichtig sei. Eine solche Flexibilität, wie sie Stadtlohn biete, gebe es an großen Flugplätzen nicht, unterstrich auch Jörn Hellwig. Der Bocholter, der 2003 die Charterfluggesellschaft „Blue Wings“ gründete, betreibt das Geschäft mittlerweile mit 25 Airbus A 320 und beschäftigt rund 400 Mitarbeiter. Stadtlohn kennt Hellwig aus der Zeit, als er Geschäftsführer der damals dort beheimateten „Excellent Air“ war.Astrid Gehling, deren Flugzeugwerft am Flugplatz 15 Mitarbeiter sowie Azubis beschäftigt, sagte: „Es gehen Arbeitsplätze flöten“, wenn die Start- und Landebahn nicht verlängert werde. Ihr Unternehmen sei dann „existenziell bedroht“ - und dass, obwohl es zurzeit noch viele Aufträge habe.„86 Prozent der überregional tätigen Firmen ist die Nähe von Flugplätzen wichtig“, zitierte Dr. Michael Erb, Geschäftsführer der AOPA - Verband der Allgemeinen Luftfahrt - aus einer Befragung. Für die Region gelte ähnliches, unterstrichen auch IHK-Geschäftsführer Joachim Brendel. Seinen Angaben zufolge wurde im Rahmen einer Diplomarbeit zum Flugplatz Stadtlohn vor einigen Jahren herausgefunden, dass 50 von 100 befragten Unternehmen angegeben hatten, sie könnten sich vorstellen, den Flugplatz zu nutzen. Und: Gerade für die stark auf Export ausgerichtete Wirtschaft des Kreises sei der Flugplatz von Bedeutung, etwa um „zeitkritische Transporte“, etwa Ersatzteile für Maschinen, zu verschicken. „Mittlerweile macht die Wirtschaft im Kreis einen Umsatz beim Export von rund 2,4 Milliarden Euro. 1980 waren es umgerechnet 360 Millionen Euro“, rechnete IHK-Sprecher Guido Krüdewagen vor.Wie viele Arbeitsplätze der Ausbau schaffe, das lasse sich direkt nicht sagen, hieß es. „Indirekt werden viele Menschen ihren Arbeitsplatz behalten“, so Kemper. Weber geht davon aus, dass der ausgebaute Platz eine „Sogwirkung“ haben werden und Harald Genge, AIW-Geschäftsführer bescheinigte auch dem in der Nähe geplanten interkommunalem Gewerbegebiet eine „Riesenchance.“ Er betonte, die Einstellung der Wirtschaft im Kreis zum Flugplatz sei „immer eindeutig“ gewesen.Flugplatz-Geschäftsführerin Dr. Elisabeth Schwenzow betonte gestern beim Ortstermin noch einmal, dass man erst das Ende der Brutperiode Mitte Juni abwarten müsse, bevor Bauarbeiten starten könnten. Auch fehlt noch die letzte schriftliche Bestätigung vom Land über zugesagte Gelder. |
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